Eine der größten Herausforderungen für junge Berufstätige ist es, Beruf und Familie zu vereinbaren. Manja Weinberg, die im Evangelischen Pflegeheim Pillgram Friedrich-Schulz-Haus als kommissarische Pflegedienstleitung arbeitet, gelingt das seit Jahren ziemlich gut.

Sie beendete die Schule nach der mittleren Reife und absolvierte 2008 eine Ausbildung zur Altenpflegefachkraft. Drei Jahre später bekam sie ihr erstes Kind. Sie machte eine einjährige Familienpause, stieg danach als Dauernachtwache in Teilzeit wieder ein und wechselte nach sechs Monaten wieder in den Tagdienst.

Gemeinsam überlegt und entschieden

2014 bekam Manja Weinberg von ihrer Heimleitung das Angebot, sich zur Pflegedienstleitung weiter zu qualifizieren. „Ich musste dafür zunächst die Hochschulreife nachholen und dann ein Studium aufnehmen. Dafür brauchte ich unbedingt die Unterstützung meiner Familie, deswegen haben wir gemeinsam überlegt und entschieden“, erinnert sie sich die 30-jährige Brandenburgerin.

Auch ihr Arbeitgeber zeigt sich entgegenkommend: Er ermöglicht es ihr, auch als kommissarische Pflegedienstleitung in Teilzeit zu arbeiten, trägt die Studiengebühren und stimmte zu, dass Manja Weinberg das Studium nicht an einer Abendschule mit Präsenzpflicht, sondern – für sie deutlich flexibler – an einer Fernuniversität absolviert. Nur so ist es in ihrer familiären Situation zeitlich und finanziell überhaupt möglich, das anspruchsvolle Pensum zu schaffen.

„Es läuft super“

Während des Studiums wurde Manja Weinberg zum zweiten Mal Mutter. Bereits nach einem halben Jahr war sie wieder im Dienst. Der Dreiklang aus Beruf, Weiterbildung und Familie funktioniert: „Es ist alles gut organisiert und läuft super“, sagt sie zufrieden. Ein Vorteil ist sicher, dass die Schwiegermutter unter demselben Dach wohnt und auch ihre eigene Mutter häufig einspringen kann. Genau wie ihr Mann arbeitet sie ebenfalls im Evangelischen Pflegeheim Pillgram. Alle Familienmitglieder ziehen mit und sind zuverlässig aufeinander abgestimmt.

Das Studium „Medizinalfachberufe mit dem Schwerpunkt Pflegemanagement“ will Manja Weinberg im Herbst abschließen. Im Sommer schrieb sie ihre Bachelorarbeit zum Thema Palliativpflege. Ein enger Kontakt hat sich dadurch zu Wilhelm Oesterschmidt, dem Berater für Gesundheitliche Versorgungsplanung in der letzten Lebensphase (GVL) bei der Evangelischen Altenhilfe Duisburg ergeben. So ist sie nicht nur zu Prüfungen in Fulda und Berlin, sondern auch zu Schulungen und Arbeitstreffen in Duisburg unterwegs. Immer mit einem guten Gefühl: „Ich weiß, dass es zu Hause auch ohne mich läuft.“